In der Kirche hängt ein Kranzrahmen, der eine traurige Geschichte erzählt. Im Jahr 1845 starb Elise Kunowska, die Tochter des damaligen Gutsbesitzers nur 1 Monat nach ihrem 18. Geburtstag an Lungenentzündung. Dem damaligen Brauch entspechend, wurde die Jungfrau am Grabe "in den Himmel" vermählt. Aus künstlichen Maiglöckchen, Winden, Rosenknospen und -blüten, Silberfäden, vergoldeten Blättern wurde ein wunderschöner Totenkranz geflochten. Dieses Zeugnis brandenburger Begräbniskultur wurde von der Kunsthistorikerin, Frau Dr. Müller entdeckt und restauriert. Zum Kranz gehören noch filigran gearbeitete Schleifen aus Seide. Die ausgefaserten Enden dieser Schleifen wirken wie blonde Haare. Dort sind kleine Bändchen mit Botschaften wie "Mathilde, Ihrer theuren Elise". Darunter ein Herz. "Es schlug nur für Sie". Die Bändchen sind bis zu 80 cm lang und leider stark restaurierungsbedürftig.

Im Allgemeinen wurden Totenkränze für Säuglinge, Kinder und jung verstorbene Ledige angefertigt. Anfangs als Grabbeigabe wurden die Kronen später von den Kirchen verliehen und nach dem Begräbnis zurüchgegeben, weil sie immer aufwändiger gestaltet wurden.

Kranzrahmen Foto: Hans Ludwig 2005

Der Kranz für Elise ist derzeit im Neuen Museum Berlin bei der Ausstellung "Von den letzten Dingen - Tod und Begräbniskultur 1500 - 1800" zu sehen. Er ist von der Kirchengemeinde ausgeliehen worden.

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