Am Ostgiebel der Kirche in Bechlin hängt ein sichelartiges Messer, der "Knief". Bis zum Jahre 1795 hing es zwischen den damaligen beiden Türmen. Als sie ausgebessert wurden, wurde der Knief abgenommen und auf dem Giebel befestigt. Von diesem Knief erzählt man folgende Sage:

Zur Zeit der Grafen zu Ruppin diente auf dem Bechliner herrschaftlichen Gute ein Jäger, der sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht hatte. Er kam zum Priester in die Beichte und begehrte von ihm die Lossprechung von seinen Sünden. Die wurde ihm jedoch verweigert. Er müsse höheren Ortes um Absolution nachsuchen. Das konnte oder wollte er jedoch nicht, sondern er verlangte wiederholt Ablass. Als der ihm wiederum verweigert wurde, erstach er den Pfarrer im Beichtstuhl mit seinem Waidmesser. Deswegen wurde das ganze Dorf Bechlin in den Bann getan, und die Einwohner wurden gezwungen, an ihren Grenzen selbst Wachen aufzustellen, um jeden Reisenden vom Dorf abzuhalten.

Eine solche Wache stand auch bei der jetzt noch danach benannten Warnung an der Ruppinischen Grenze. Da kam eines Tages der regierende Graf aus Ruppin gefahren und wollte vorüber, ohne die Wache zu beachten. Aber diese durchschnitt mit dem Knief (der aus einer alten Sichel oder Sense gemacht zu sein scheint) die Stränge am Wagen und hinderte dadurch den Grafen weiterzufahren. Dafür lobte der Graf die Wache und brachte es dahin, dass dem Dorf der Bann abgenommen wurde, allerdings mit der Bedingung, den Knief als immerwährendes Zeichen am Turm aufzuhängen. Wenn derselbe jemals herunterfiele, so sollte das Rittergut aus seiner auf dem (heute noch dem Namen nach vorhandenen) Weinberge befindlichen Weinpresse ein Fass Wein an die Gemeinde verabreichen.

nach Wilhelm Schwarz

Der Knief häng noch immer am Ostgiebel der Bechliner Kirche, allerdings nicht mehr das Original. Dieser wird in der Kirche aufbewahrt und zu besonderen Veranstaltungen ausgestellt. Die nächste Gelegenheit das Original zu sehen ist am Tag des offenen Denkmals im September 2013

Eine andere Quelle berichtet, dass der Jäger mit einer Magd des Gutshofes "eine Bändelei, deren Folgen nicht zu übersehen war" hatte.

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